23. Dezember: Kapitel 39 und 40

39

 

„Das kann ja wohl nicht wahr sein“, regte Hörg sich auf und trat Anton gegen den Fuß.

„Was ist los?“, fragte der Angesprochene verwirrt und rieb sich den Schlaf aus den Augen.

„Hilmer ist im Kerker des Palastes gefangen, mein Bruder und ich setzen unser Leben aufs Spiel, um den letzten Schlüssel zu bekommen, und ihr liegt hier und pennt.“

„Ihr habt doch selbst gesagt, dass wir hierbleiben und den Eingang bewachen sollen“, erwiderte Anton.

„Was schreist du hier so herum?“, fragte Paula gähnend.

„Entschuldigt bitte, dass wir euren Schlaf stören“, sagte Hörg wütend. „Aber wir würden es sehr begrüßen, wenn wir die alten Chroniken finden würden, bevor man Hilmer aufgehängt hat.“

„Wenn er wirklich euer heilbringender Lemming ist, solltet ihr das als seine Vorboten ebenfalls wollen“, stand Henni seinem Freund bei.

„Nun macht mal halblang“, regte sich Anton auf. „Wir haben nie gesagt, dass wir euch nicht helfen. Jetzt übertreibt ihr wirklich. Wir sind doch nicht eure Lakaien.“

„Es bringt nichts, wenn wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen“, sagte Henni beschwichtigend. „So helfen wir Hilmer auch nicht.“

„Da hat er recht“, meinte Paula und stand auf. „Lasst uns ausprobieren, ob der Schlüssel passt.“

Henni ging auf die Höhle zu und öffnete die erste Tür mit Etnas Schlüssel. Hilmer hatte wieder abgesperrt, als sie Anton und Paula am Vorabend hier zurückgelassen hatten. Nacheinander gingen die vier Lemminge auf die zweite Tür zu. Jetzt würde es sich zeigen, ob sich der Besuch bei der rattenscharfen Rosa gelohnt hatte. Henni atmete tief durch, steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte ihn vorsichtig herum. Als er das leise Klicken vernahm, sah der Erfinder seine Begleiter triumphierend an. „Es ist tatsächlich der Richtige.“

„Dann lass uns weitergehen“, drängte Hörg und versuchte, sich an Henni vorbeizuzwängen, der ihm aber keinen Platz machte. Stattdessen zog er das Türblatt auf und ging als Erster in den dahinterliegenden Gang hinein. Nach ein paar Schritten wurde es aber so finster, dass sie nichts mehr erkennen konnten.

„Es hat keinen Sinn“, sagte Henni ärgerlich. „Wir müssen eine Lampe holen. Warum habt ihr nicht gleich eine mitgenommen?“

Anton und Paula antworteten nicht, machten sich aber gleich gemeinsam auf den Weg in ihre Behausung, um das Gewünschte zu holen.

„Es ist wirklich nicht zu fassen“, sagte Hörg, als die beiden außer Hörweite waren. „Das sind wirklich die größten Schlafmützen, die ich jemals getroffen habe.“

„Aber mit weitem Abstand“, stimmte Henni zu. „Ich kann nicht erklären warum, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir zu spät kommen. Hoffentlich haben sie Hilmer nicht schon aufgeknüpft, wenn wir zurück beim Palast sind.“

„Hör bloß auf. Wenn wir wirklich nicht rechtzeitig mit den Chroniken beim König sind, werde ich Anton und Paula an den Ohren den Schicksalsberg hinaufschleifen.“

„Was hast du gesagt?“, rief Anton, der den Gang in diesem Moment betreten hatte und den Lichtstrahl auf die beiden wartenden Lemminge richtete.

„Ich habe mit Henni gesprochen“, sagte Hörg. „Es war nichts Wichtiges. Kommt zu uns, damit wir endlich sehen, wohin die Höhle führt.“

Die vier Lemminge gingen weiter und erreichten nach kurzer Zeit eine Stelle, an der sich der Weg in drei verschiedene Richtungen gabelte.

„Und was machen wir jetzt?“ Henni drehte sich um und schaute die beiden Vorboten fragend an. „Ihr müsstet doch irgendetwas wissen. Warum gibt es weiter vorne zwei Türen, wenn es danach verschiedene Wege gibt? Das kann doch nur eine Falle sein.“

„Das wissen wir nicht“, antwortete Anton betreten.

„Na, das ist doch jetzt wirklich mal eine Überraschung“, regte sich Hörg auf, verzichtete aber diesmal darauf, Anton und Paula mit Beschimpfungen einzudecken. Das brachte sie auch nicht weiter.

„Ihr beide wartet hier“, sagte Henni zu den VHL. „Hörg und ich gehen in den linken Gang, und wenn wir etwas finden, holen wir euch.“

„Wir haben aber nur ein Licht“, warf Anton ein.

„Die nehme ich“, beschloss Hörg und nahm ihm die Lampe ab, bevor er widersprechen konnte. Diesmal ging er voraus und verließ sich darauf, dass Henni ihm folgte. Nach wenigen Metern machte der Gang eine Kurve nach links, wechselte aber kurz darauf wieder die Richtung. Schweigend und jederzeit bereit, sich gegen einen möglichen Angriff zu wehren, gingen die beiden Freunde weiter. Ihre Sorge schien jedoch völlig unbegründet zu sein. Im Gegenteil lud der geräumige Gang die Erfinder dazu ein, schneller zu laufen. Die Wände waren gleichmäßig glatt und auch auf dem Boden war nicht die kleinste Delle zu sehen. Es gab weder lose Steine noch andere Gegenstände, die herumlagen oder gar den Weg versperrten.

Plötzlich verlor Hörg den Boden unter den Füßen. Bevor er auch nur zur kleinsten Reaktion fähig war, ging es abwärts. Henni griff blitzschnell nach seinem Bruder und erwischte ihn am Hals, bevor er in die Tiefe stürzte. Mit einem kräftigen Ruck zog er ihn zurück. Beide Lemminge fielen zu Boden.

„Aua“, schrie Hörg und rieb sich den Nacken. „Du hast mir ein ganzes Büschel Haare ausgerissen.“

„Möchtest du jetzt lieber tot in diesem Loch liegen?“, gab Henni beleidigt zurück.

„Nein! Natürlich nicht.“ Hörg rappelte sich auf, blieb vor seinem Bruder stehen und umarmte ihn dankbar. „Das war knapp“, sagte er schließlich und ging auf die Kante zu.

Als Henni den Strahl der Lampe in die Tiefe richtete, blieb den beiden Lemmingen fast das Herz stehen. Auf dem Boden waren angespitzte Holzpfähle zu sehen, die Hörgs Körper durchbohrt hätten, wäre er auf ihnen gelandet. Die zahlreichen Knochen, die zwischen den hinterhältigen Waffen lagen, bewiesen, dass es bereits einige Lemminge gegeben hatte, denen dieses widerfahren war.

„Wie kommen wir jetzt da rüber?“, fragte Henni, nachdem er sich von dem ersten Schrecken erholt hatte.

„Wir springen.“

„Bist du verrückt? Dann kannst du dich gleich in die Tiefe fallen lassen.“

„Unsinn“, erwiderte Hörg. „So weit ist es nicht, das schaffen wir locker.“

„Ich denke, wir sollten lieber umkehren. Vielleicht führt uns der andere Weg weiter.“

„So schnell gebe ich nicht auf. Leuchtest du mir? Ich springe zuerst.“ Entschlossen nahm Hörg ein paar Schritte Anlauf und stieß sich kraftvoll ab. Für einen kurzen Moment ergriff ihn die Panik, er könne doch noch in die Tiefe stürzen und von den Pfählen durchbohrt werden. Dann landete er sicher auf der anderen Seite. „Wirf mir die Lampe rüber und komm nach.“

Henni zögerte einen Moment lang, nahm dann aber allen Mut zusammen und folgte seinem Bruder. „Du bist wahnsinnig“, sagte er, als er sicher neben Hörg auf der anderen Seite stand.

„Ich weiß“, sagte der grinsend. „Komm weiter.“

Diesmal ließen sich die beiden nicht mehr dazu verleiten, schneller zu gehen, und schlichen vorsichtig weiter. Es kam Hörg vor, als sei eine Ewigkeit vergangen, als er weit vor sich im Licht einen Schatten sah. „Da ist jemand“, zischte er seinem Begleiter leise zu.

„Ja“, bestätigte Henni. „Und ich weiß auch, wer.“

„Wieso kommt ihr jetzt aus dieser Richtung?“, rief Anton, der die beiden Erfinder an ihren Stimmen erkannt haben musste.

„Was meinst du?“, gab Henni zurück.

„Kommt her, dann seht ihr es.“

Henni und Hörg beeilten sich, zu den Vorboten des heilbringenden Lemmings zu kommen, und sahen dort, dass sie auf der rechten Seite wieder herausgekommen waren. Sie mussten also einen großen Bogen gegangen sein.

„Bleibt nur noch der Gang in der Mitte“, stellte Paula überflüssigerweise fest.

„Worauf warten wir dann noch?“, sagte Henni und schob Hörg vor sich her.

Nach etwa fünfzig Metern erreichten die Lemminge – wie erhofft – die dritte Tür. Ohne zu zögern, steckte Henni den Schlüssel aus dem See ins Schloss, das sich problemlos öffnen ließ. Vier Augenpaare blickten in eine kleine Kammer, in deren Mitte es eine schmale Grube gab, die bis zum Rand mit Wasser gefüllt war. Ansonsten war der Raum leer.

Hörg zögerte einen kurzen Moment, griff dann aber entschlossen in die dunkle Brühe und tastete vorsichtig hinein. Nach wenigen Zentimetern stieß er mit den Fingern an ein Metallkästchen. Dann packte er mit beiden Pfoten zu und holte seinen Fund hervor.

„Jetzt brauchen wir wieder einen Schlüssel“, sagte Anton.
„Den ihr natürlich nicht besitzt“, vermutete Henni.

„Nein.“

„Hast du eine Idee, wo er sein könnte?“, fragte Hörg resignierend.

Anton schüttelte nur den Kopf.

„Wir können uns jetzt hier nicht weiter aufhalten“, entschied Henni. „Wir werden schon eine Möglichkeit finden, das Ding aufzubekommen. Zunächst sollten wir zusehen, dass wir den Palast erreichen. Und zwar so schnell wie möglich. Ich habe ein ungutes Gefühl, was Hilmer angeht.“

„Dann wollen wir mal hoffen, dass du nicht recht behältst“, sagte Hörg und wandte sich an Anton und Paula. „Diesmal kommt ihr mit.“

 

40

 

Nach einer schlaflosen Nacht saß Hilmer in seiner Zelle und wartete auf die Wärter, die ihn zu seiner Hinrichtung führen sollten. Stundenlang hatte er sich nun das Hirn zermartert, aber keinen Ausweg aus seiner miserablen Situation gefunden. Er musste jetzt ganz auf Henni und Hörg vertrauen. Nur die beiden Erfinder konnten ihn noch vor dem Tod retten. Wenn sie es nicht rechtzeitig schafften, die alten Chroniken herzubringen, war Hilmers Ende gekommen.

Sein Zeitgefühl hatte der einsame Lemming längst verloren. Es gab kein Fenster im Kerker und so konnte er nicht einmal sagen, ob die Sonne bereits aufgegangen war. Obwohl er so müde war, dass er sich kaum würde auf den Beinen halten können, war an Schlaf nicht zu denken. Sobald Hilmer die Augen schloss, sah er sich selbst tot an einem Seil baumeln und erschrak bis ins Mark.

Endlich hörte der Gefangene ein leises Geräusch, das aus dem Flur zu ihm drang. Sicher kamen sie jetzt, um ihn zu holen. Auch wenn er wusste, dass ihn das dem Tod näher brachte, war Hilmer dennoch froh, nicht länger allein in der Zelle warten zu müssen. Vielleicht waren Henni und Hörg bereits auf dem Vorplatz des Palastes und warteten dort auf eine günstige Gelegenheit einzugreifen.

Wenige Augenblicke später waren die Wächter bei Hilmer, die ihn vorher auch in den Kerker gesperrt hatten. Beiden stand die Vorfreude nur allzu deutlich ins Gesicht geschrieben.

„Müssen wir dich fesseln oder kommst du freiwillig mit uns?“, höhnte einer der Soldaten, während sein Kamerad die Zellentür aufschloss.

„Ich werde nicht versuchen zu fliehen“, antwortete Hilmer zähneknirschend. Natürlich hatte er nicht vor, dieses Versprechen einzuhalten. Wenn aber jetzt seine Pfoten zusammengebunden würden, war auch diese letzte Chance dahin.

Helmuts Gehilfen nahmen den Gefangenen in ihre Mitte und brachten in triumphierend nach oben. Durch den Hauptflur des Palastes ging es zum Ausgang, der sie direkt auf den Platz führte, auf dem Dieter den Galgen hatte errichten lassen.

Als die beiden Wächter Hilmer auf dem Platz vorführten, wurden sie vom tosenden Beifall des Publikums begrüßt. Die ganze Stadt schien versammelt zu sein und auch von außerhalb hatten offensichtlich einige den Weg hierher gefunden, um diesem Spektakel beizuwohnen. Eine Hinrichtung war etwas völlig Neues. Keiner der Anwesenden hatte so etwas schon einmal gesehen. Manche wussten sicher noch nicht einmal genau, worum es dabei ging.

Auch der König und sein fettleibiger Berater warteten bereits auf dem Podest darauf, dass der Todeskandidat den Galgen erreichte. Hilmer schaute an den beiden vorbei und versuchte, bekannte Gesichter in der Menge auszumachen. Er sah Agnes und ihren neuen Lover und noch ein paar andere, die früher einmal seine Freunde gewesen waren. Zum wiederholten Mal fragte er sich, wie es sein konnte, dass sich auf einmal alle gegen ihn gestellt hatten. Gerade von seinem Weibchen war er zutiefst enttäuscht. In all den Monaten hatte er wirklich geglaubt, dass sie ihn genauso sehr liebte wie er sie.

„Hilmer, du hast es lange geschafft, deinen Tod hinauszuzögern“, begann Helmut seine Rede mit kräftiger Stimme, die bis in den kleinsten Winkel des Platzes hineinhallte, sodass jeder der Anwesenden seine Worte verstehen konnte. „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, deine Seele in das gelobte Land zu schicken. Falls sie da überhaupt noch aufgenommen wird.“

Wieder gab es tosenden Applaus der Menge. Der König musste seine Ansprache unterbrechen und hob schließlich beide Pfoten, um die Leute zu beschwichtigen.

„Wir hätten dich auch einfach über die Klippen werfen können“, fuhr Helmut fort. „Alle Lemminge sollen aber sehen was passiert, wenn einer von ihnen gegen die Regeln verstößt, die in den heiligen Schriften des furchtlosen Wonibalts festgelegt sind.“

Der nun folgende Beifallssturm übertraf die vorherigen noch. Die Massen johlten vor Begeisterung und es gab vereinzelte Rufe von Lemmingen, die den König hochleben lassen wollten. Als er dieses Mal die Pfoten hob, dauerte es länger, bis es so ruhig war, dass er weitersprechen konnte.

„Hast du noch einen letzten Wunsch?“, wandte sich Helmut nun an den Gefangenen.

„Ich möchte einen Blick in die heiligen Schriften werfen“, rief Hilmer in die Menge. „Ich verlange einen Beweis, dass wir tatsächlich nach dem Willen unseres Urahnen handeln, wenn wir uns in Massen vom Todesfelsen in den Tod stürzen.“

„Hört, hört“, hielt Helmut dagegen. „Der Frevler bereut seine Taten nicht und stellt unseren Propheten weiterhin in Frage. So wird er niemals in das gelobte Land einziehen. Ist auch nur einer hier unter euch, der sich auf die Seite dieses Irren stellt?“

Mit einer Mischung aus Ekel und Entsetzen schaute Hilmer in die Gesichter einiger Lemminge auf dem Platz. Wieder klatschte die Meute begeistert Beifall. Keiner trat nach vorn, um ihn und seine Ansichten zu unterstützen.

„Hängt ihn auf“, schrie Helmut in den Jubelsturm der Massen hinein und trat zur Seite, damit die Wachen den Gefangenen zum Galgen führen konnten.

„Wartet auf uns“, schrie plötzlich eine gehetzt klingende Stimme über den Platz.

Zu seinem Entsetzen sah Hilmer, wie Turgi und Targi aus einer Nebenstraße herauskamen und sich einen Weg durch die Menge bahnten. Es konnte kein gutes Zeichen sein, dass seine Vettern aus Rosas Klauen entkommen waren.

„Lasst die beiden nach vorn“, rief Helmut in die Menge. „Ihnen soll die Ehre zuteilwerden, Hilmer auf seinen letzten Weg zu schicken, bevor sie dann selbst zum Schicksalsberg gehen, um ihr eigenes Seelenheil zu finden.“

Es erklang einiges Murren in der Menge, als sich die Brüder langsam nach vorn kämpften, aber schließlich gaben die anderen doch nach und ließen sie durch. Die beiden stiegen die Treppe hinauf und blieben mit hochroten Gesichtern vor Hilmer stehen.

„Endlich ist es so weit“, sagte Turgi voller Zorn.

„Wir werden deinen Tod genießen“, zischte Targi.

Jeder der beiden packte Hilmer an einem Arm. Sie führten ihn direkt unter den Galgen und legten ihm die Schlinge um den Hals.

„Und jetzt öffnet die Luke!“, rief der König und klatschte in die Pfoten.

„Welche Luke?“, fragte Turgi.

„Die im Boden“, antwortete Helmut ärgerlich. „Wie wollt ihr den Kerl denn sonst aufhängen?“

„Aber da ist nichts“, sagte Targi.

„Dieter!“, schrie der König und sah sich suchend nach seinem Berater um. „Kannst du den beiden Vollidioten erklären, wie der Mechanismus funktioniert?“

„Die beiden haben recht“, erklärte der Hamster kleinlaut. „Da ist keine Luke.“

„Willst du mir damit sagen, dass ihr den Galgen falsch gebaut habt und wir die Hinrichtung verschieben müssen?“ Helmut schaute seinen Berater mit hochrotem Kopf an. Seine Halsschlagader schwoll verdächtig an und die Augen des Königs funkelten vor Zorn.

„Wir könnten den Kerl auf einen Stuhl stellen und die Beine wegtreten“, schlug der Hamster vor.

„Und das soll funktionieren?“

„Ja, mein König. Ich werde sofort losgehen und ein passendes Exemplar aussuchen.“

Hilmer atmete tief durch. Helmuts unfähiger Berater hatte ihm eine kleine Galgenfrist beschert. Wie er die nutzen konnte, wusste der Todeskandidat aber nicht. Turgi und Targi hielten ihn weiterhin eisern fest und würden ganz sicher nicht loslassen. Schneller als erwartet, kehrte Dieter zurück. Hilmer hätte am liebsten seine Faust in das Gesicht des Hamsters gedonnert und so das dämliche Grinsen daraus entfernt.

So endet es also, dachte der Lemming und schloss innerlich mit seinem Leben ab.

Dann wendete sich das Blatt.

„Einen Augenblick“, schallte Hörgs Schrei über den Platz und ein Ruck ging durch die Menge. Fast gleichzeitig drehten sich alle zu ihm um, der begleitet von Henni, Anton und Paula auf den Platz eilte und eine Metallkiste in den Pfoten hielt. Diesmal machten die Lemminge unaufgefordert Platz und ließen die kleine Gruppe unbehelligt zu dem Podest vortreten.

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