22. Dezember: Kapitel 37 und 38

37

 

„Na, wer hätte das gedacht?“, begrüßte Helmut die drei Lemminge, als sie in sein Audienzzimmer eintraten. „Es überrascht mich sehr, dass ihr mir diesen Verräter tatsächlich ausliefert.“

„Haben wir dich jemals enttäuscht?“, fragte Hörg gespielt beleidigt.

„Darauf willst du sicher keine Antwort.“

„Jetzt, wo wir unseren Teil der Abmachung erfüllt haben, dürfen wir doch sicher in unser Labor zurück.“ Henni kam ohne Umschweife zur Sache und sah den König bei diesen Worten so unschuldig an, dass sich selbst Hilmer ein Lachen verkneifen musste.

„Wusste ich es doch“, mischte sich Dieter ein und schaute die beiden Erfinder giftig an. „Denen geht es nur um ihre eigenen Interessen.“

„Sie haben getan, was ich von ihnen verlangt habe“, entgegnete Helmut. „Wir haben den Unruhestifter in unserer Gewalt und können dem Volk zeigen, dass es sich nicht lohnt, ihm nachzueifern. Das ist alles was zählt.“

„Ich traue den beiden trotzdem nicht.“

„Das weiß ich Dieter. Das würdest du aber auch nicht tun, wenn sie mir Hilmer in Blattgold eingewickelt gebracht hätten.“

„Dennoch würde es mich sehr interessieren, wo die beiden den Flüchtigen gefangen haben.“

„Das werden sie uns jetzt sicher gleich sagen.“

„Selbstverständlich“, sagte Henni, bevor Dieter einen weiteren Kommentar gegen sie abgeben konnte. „Wir haben den Kerl hinter dem Schicksalsberg entdeckt, wo er zugesehen hat, wie sich die rechtschaffenen Vertreter unseres Volkes auf die Klippen stürzten.“

„Vermutlich hat er überlegt, ob er nicht doch diesen Weg antreten sollte“, fügte Hörg hinzu.

„Das glaubt ihr doch selbst nicht“, regte sich Dieter auf. „Am besten steckst du sie gleich mit in den Kerker. Wir können sie nacheinander am Galgen aufknüpfen.“

„Seit wann hat der fette Hamster hier das Sagen?“, fragte Henni provokant und traf damit genau den Nerv, mit dem er Helmut auf seine Seite ziehen konnte.

„Das hat er nicht“, sagte der König bestimmt. „Ich halte meine Versprechen. Ihr bekommt euer Labor zurück. Ich werde die Wachen entsprechend anweisen, wenn sie unseren kleinen Verräter in seine Zelle gebracht haben.“

Hilmer sah den König der Lemminge nur ausdruckslos an und ließ alles scheinbar lethargisch über sich ergehen. Er wusste, dass es nur ein kurzer Stopp auf seinem Triumpfmarsch war und er sich nicht länger als unbedingt nötig im Kerker des Palastes aufhalten würde. Helmut sollte ruhig noch einmal seinen Spaß haben, bevor seine Zeit endgültig vorbei war.

„Habt ihr die beiden hirnlosen Vettern dieses Ungläubigen gesehen?“

„Nein, das haben wir nicht“, beantwortete Henni die Frage des Königs. „Aber waren es nicht drei?“

„Torgi ist tot. Ich wüsste zu gerne, ob Hilmer etwas damit zu tun hat.“

„Frag ihn doch“, schlug Hörg vor. „Er hat inzwischen wohl eingesehen, dass er einen Fehler begangen hat und zeigte sich sehr kooperationsbereit.“

„Dem Kerl darf man nicht trauen“, sagte Helmut und winkte ab. „Er hat bereits mehrfach versucht andere zu täuschen. Seine Einstellung wird er sicher nicht mehr ändern. Aber du hast recht. Hilmer soll uns sagen, was genau mit Torgi geschehen ist, bevor wir ihn aufknüpfen.“

„Ich weiß zwar nicht, warum ich dir noch irgendetwas sagen soll, du unfähiger Vollidiot. Aber wenn du es wissen willst. Meine Vettern wollten mir Rattengift zu trinken geben und Torgi hat den falschen Becher erwischt. So einfach ist das.“

„Wage es nie wieder so mit mir zu sprechen“, schrie Helmut und sprang auf. „Noch so eine Beleidigung und ich lasse dich gleich hier auf der Stelle hinrichten.“

„Für mich würde das nicht viel ändern“, sagte Hilmer gespielt gleichgültig. „Du aber müsstest auf dein Publikum verzichten.“

„Dir werden deine vorlauten Sprüche schon noch vergehen“, meinte Dieter. „Mal sehen, was du noch zu sagen hast, wenn die Schlinge um deinen Hals liegt.“

„Von mir erfährst du gar nichts mehr. Auch nicht, was mir Etna so erzählt hat.“

Helmut erschrak und wurde feuerrot im Gesicht. Dieter verschluckte sich an einer Traube und japste nach Luft.

„Was willst du damit sagen?“, fragte Helmut zornig.

„Nichts. Von mir erfährst du kein Wort mehr.“

„Spuck sofort aus, was du über Etna weißt, sonst …“

„Sonst was?“, unterbrach Hilmer den König. „Lässt du mich hinrichten, wenn ich nichts mehr sage? Vergiss es, du alter Dreckskerl! Ich weiß viel mehr, als du ahnst, und du kannst nichts tun, um mich zum Reden zu bringen.“ Hilmer wusste, dass er jedes Wort später bereuen würde, doch es war einfach aus ihm herausgebrochen, ohne dass er etwas dagegen hätte tun können. Die arrogante Art von Helmut trieb ihn derart zur Weißglut, dass er es einfach nicht schaffte, sich zu beherrschen, so sehr er es sich auch vornahm.

„Es ist mir scheißegal, was du weißt, oder zu wissen glaubst“, fuhr der König Hilmer an. „Schafft den Kerl in den Kerker“, wandte er sich an seine Wachen. „Dort kann er noch ein letztes Mal über seine Taten nachdenken, bevor er morgen vor all seinen Freunden am Galgen baumelt.“

Henni und Hörg traten zwei Schritte zurück, als die Wachen sich vor Hilmer aufbauten, um ihn abzuführen. Der hoffte jetzt nur, dass Helmut nicht auf die Idee kam, seine beiden Freunde nach Etna zu fragen. Es war ein großer Fehler gewesen, Helmut auf diese Spur zu bringen, aber jetzt war es nicht mehr zu ändern.

Hilmers Sorge war aber zunächst unbegründet. Die beiden Erfinder kamen von selbst darauf, dass es wohl besser war, sich schnell aus dem Staub zu machen. Sie verließen den Audienzsaal, noch bevor Hilmer aus dem Raum herausgeführt worden war. Helmut protestierte nicht gegen das Verschwinden der beiden. Hilmer war nicht einmal sicher, ob er es überhaupt bemerkt hatte. Er hielt dem Blick des Königs stand, der sich jetzt sicher fragte, wie viel sein Gefangener wirklich wusste. Dem machte es jetzt zunehmend Spaß, den Staatsführer schmoren zu lassen. Sicher würde ihn Dieter später mit seinen Fragen weiter in Rage bringen.

Die Wächter führten Hilmer über die Treppe in den Keller. Von Henni und Hörg sah er nichts mehr. Als sie die Zelle erreichten, hatte er das Gefühl, als träfe ihn der Schlag. An der Gittertür hing ein nagelneues, silbernes Schloss, das so konstruiert war, dass man es von innen nicht erreichen konnte. Ein ähnliches System hatte Hilmer bereits bei den Ratten gesehen. Hier würde er ohne Hilfe nicht herauskommen. Henni, Hörg und er selbst waren sich ihrer Sache zu sicher gewesen. Jetzt saß Hilmer in der Falle und musste sich voll auf seine Freunde verlassen. Als die Wächter die Tür absperrten und mit dem Schlüssel verschwanden, wusste der Gefangene, dass er dem Tod nun ein ganzes Stückchen näher gekommen war.

 

38

 

„Und ihr beiden macht sofort, dass ihr verschwindet!“, begrüßte Hörg die Wächter, die vor der Tür ihres Labors standen.

„Wir haben die Erlaubnis von Helmut, diese Räume wieder zu nutzen“, erklärte Henni.

„Sicher könnt ihr das auch beweisen“, sagte einer der beiden verächtlich.

„Was soll das heißen?“, regte sich Hörg auf. „Wollt ihr uns etwa als Lügner bezeichnen?“

„Wir wollen gar nichts“, gab der zweite Wächter zurück. „Aber wir haben unsere Befehle. Und die lauten, dass wir euch auf keinen Fall hereinlassen dürfen, egal, was ihr uns erzählt.“

„Wir kommen gerade vom König“, sagte Henni ärgerlich. „Ihr könnt ihn ja fragen. Wir haben diesen ehrlosen Lemming gefangen und zu Helmut gebracht. So wie er es von uns verlangt hat. Jetzt wollen wir unser Eigentum zurück.“

„Solange uns das nicht vom König oder einer unserer Kollegen bestätigt wird, lassen wir euch hier nicht rein“, sagte der Wächter, der bereits vorher einen Beweis hatte sehen wollen.

„Hast du vielleicht verdorbenen Tabak geraucht?“, regte sich Hörg auf. „Wir haben dir doch gesagt, dass wir gerade beim König waren. Was gibt es denn daran nicht zu verstehen?“

„Es gibt keinen Grund, beleidigend zu werden. Wir machen nur unsere Arbeit. Wenn du noch so einen Spruch bringst, kannst du etwas erleben.“

„Bilde dir ja nichts ein“, entgegnete Hörg ärgerlich. „Nur weil du ein Schwert hast, kannst du dir nicht alles herausnehmen. Geh doch selbst zum König und frag ihn, ob wir in unser Labor hineindürfen.“

„Das werde ich auch tun.“ Der Wächter ließ seinen Kollegen bei Henni und Hörg stehen und ging entschlossen in Richtung Audienzsaal.

Hörg ärgerte sich über diese Verzögerung. Er wusste aber, dass er nichts gegen die Sturheit der beiden tun konnte. Die Soldaten des Königs hatten in der Regel nicht viel zu tun. Wenn sie dann doch einmal einen Auftrag bekamen, nahmen sie den wichtiger, als er vielleicht war, und wichen keinen Millimeter von ihrem Befehl ab. Es gab nur wenige Lemminge, die bereit waren, sich in den Dienst des Königs zu stellen. Diejenigen, die es doch taten, hatten meist keine andere Wahl. Dies war der Grund, warum die Wächter des Palastes oft nicht die allergrößten Leuchten waren.

„Was treibt ihr beiden eigentlich da drin“, fragte der zweite Wächter, nachdem sein Kollege aus ihrem Blick verschwunden war.

„Das geht dich nichts an“, erklärte Henni bestimmt.

„Außerdem würdest du es nicht verstehen“, ergänzte Hörg. „Mit unseren Erfindungen erleichtern wir Helmut und anderen Lemmingen das Leben. Auch du selbst hast sicherlich bereits davon profitiert.“

„Ihr seid zwei unfähige Angeber“, entgegnete der Wächter. „Wenn eure Arbeit so wichtig für den König wäre, würde er euch nicht ständig in den Kerker werfen.“

„Er lässt uns aber immer wieder frei, weil er merkt, wie sehr er uns braucht.“

„Lass gut sein Henni“, sagte Hörg. „Der Kerl ist und bleibt ein Ignorant.“

„Wie auch immer. Wenn sein Kumpel gleich zurückkommt, wird er sehen, dass wir recht hatten und geht zurück in seine Kaserne, wo er dann gelangweilt darauf wartet, dass er vielleicht irgendwann einmal etwas Sinnvolles tun kann.“

Hörg grinste seinen besten Freund an und wollte gerade noch einen draufsetzen, als der andere Soldat zurückkehrte.

„Die beiden Blödmänner haben recht“, erklärte der seinem Kollegen mit kleinlauter Stimme. „Helmut hat bestätigt, dass wir sie wieder in ihre Räume lassen sollen.“

„Seht ihr!“, sagte Hörg grinsend. „Es ist genau so, wie wir es gesagt haben. Ihr übereifrigen Vollidioten habt uns nur aufgehalten. Ihr könnt froh sein, wenn wir uns deswegen nicht beim König beschweren.“

Ohne ein weiteres Wort zogen die beiden Wächter mit gesenkten Köpfen ab und drehten sich auch nicht mehr zu den beiden Erfindern um.

„Wenigstens sehen sie ein, wann sie verloren haben“, sagte Hörg grinsend. „Und jetzt lass uns die Bonbons holen.“

Henni öffnete die Tür zum Labor und betrat den Raum als Erster. „Wir müssen hier unbedingt mal wieder aufräumen“, sagte er, als er das Chaos betrachtete.

„Warten wir erst mal ab, wie sich die Lage in den nächsten Tagen entwickelt. Vielleicht lohnt sich der Aufwand ja gar nicht mehr.“

Überall standen Kisten und Körbe herum und die beiden Lemminge mussten über zahlreiche Hindernisse hinwegsteigen, bis sie das Lager erreichten, das die beiden in einer kleinen Kammer gegenüber dem Haupteingang errichtet hatten. Jeder nahm einen Karton der Verhütungskaubonbons unter den Arm. Damit verließen die beiden Erfinder ihr Labor wieder. Hörg fragte sich, ob er wohl jemals in diese Räume zurückkehren würde.

„Ich hoffe, dass die Ratte mit der Lieferung zufrieden sein wird“, sagte Henni, nachdem er die Tür wieder abgeschlossen hatte.

„Die reichen für mindestens ein Jahr“, antwortete Hörg. „Das ist ja wohl genug für einen Schlüssel, den die Nymphomanin nicht einmal braucht.“

„Bei der weiß man nie. Mit Turgi und Targi möchte ich auf jeden Fall nicht tauschen.“

„Ich auch nicht“, stimmte Hörg seinem Bruder zu.

Die beiden beeilten sich, den Schicksalsberg zu erreichen. Hörg freute sich nicht wirklich darauf, wieder in die Welt der Ratten gehen zu müssen. Obwohl er zugeben musste, dass diese viel von ihrem Schrecken verloren hatte, nachdem er einmal dort gewesen war. Als sie den Eingang zu dem Höhlensystem erreichten, trafen sie dort auf zwei bekannte Gesichter.

„Wir dachten schon, ihr würdet nicht mehr kommen“, begrüßte Bert die beiden Lemminge.

„Noch eine Stunde und wir hätten unserer Mutter sagen müssen, dass ihr sie betrogen habt“, fügte Gerd hinzu.

„Macht mal halblang“, erwiderte Hörg. „Wir sind ja hier.“

„Rosa wird sehr zufrieden sein“, sagte Henni und zeigte den beiden Ratten den Karton.

„Dann sollten wir sie nicht länger warten lassen“, sagte Bert. „Kommt mit.“

Henni und Hörg folgten den Nagern durch die Gänge. Wie schon bei ihrem ersten Besuch staunten sie über die gleichmäßige Helligkeit, die durch raffiniert angeordnete Spiegel entstand, die das Licht vom Feuer in der kleineren der beiden Hallen überall im Berg verteilten. Die unterirdische Welt der Ratten hatte Hörg sich immer viel dunkler vorgestellt. Die unter den Lemmingen so gefürchtete Art hatte offensichtlich einige Fähigkeiten, die man bei ihnen nicht unbedingt erwartet hätte.

Die rattenscharfe Rosa lag vor ihrem Bau und schaute ihren Söhnen und den beiden Lemmingen sichtlich zufrieden entgegen. „Ich hoffe, eure Wunderkaubonbons funktionieren auch noch nachträglich“, begrüßte sie ihre beiden Besucher.

„Man muss sie vor dem Verkehr nehmen“, erklärte Henni. „Nur dann können sie verhindern, dass du trächtig wirst.“

„Schade, aber nicht zu ändern. Ich habe schon so viele Junge bekommen, dann kommt es auf ein paar weitere nicht an. Nicht einmal, wenn sie von Lemmingen abstammen.“

Henni und Hörg wechselten einen schnellen Blick, sagten aber nichts.

„Könnt ihr mir versichern, dass ich in Zukunft nie mehr trächtig werde?“

„Wenn du die Bonbons täglich isst, dann ja“, antwortete Hörg. „Wo sollen wir die Kartons hinbringen?“

„Stellt sie einfach neben dem Eingang auf den Boden. Ich räume sie später weg.“

Henni und Hörg betraten den Bau und erschraken. Vor ihnen lagen Turgi und Targi in Rosas Liebesnest und streckten alle viere von sich. Die beiden Freunde wussten nicht, ob sie lachen oder doch Mitleid mit Hilmers Vettern haben sollten. Während Turgi völlig ausgepumpt war und sichtlich schwer Luft bekam, lag sein Bruder reglos da und starrte mit ausdruckslosen Augen zur Decke. Hörg wollte nicht wissen, was die beiden hinter sich hatten. Der Gedanke daran jagte ihm einen eisigen Schauer über den Rücken. Dicht gefolgt von Henni verließ er den Bau sofort, nachdem er den Karton abgestellt hatte.

„Wir haben unseren Teil der Abmachung erfüllt“, sagte Hörg, als er wieder neben der liebestollen Ratte stand. „Jetzt bist du an der Reihe.“

„Ich habe Hilmer und euch beide laufen lassen. Ist das nicht ein großzügiger Lohn für die paar Kaubonbons?“

„Das war aber so nicht vereinbart“, sagte Henni.

„Ich habe es mir anders überlegt. Eure Probleme interessieren mich nicht. Wenn ihr mich weiterhin beliefert, werde ich meine Meinung vielleicht irgendwann ändern.“

„Was soll das heißen?“, sagte Hörg ärgerlich.

„Dass ich nicht bereit bin, euch mehr als euer Leben zu geben.“

„Hast du denn kein bisschen Ehre im Leib?“, schrie Hörg die Ratte an. Sofort bauten sich Bert und Gerd drohend neben ihm auf.

„Wenn nichts passiert, werden wir bald genauso vom Todesfelsen springen müssen wie alle anderen“, versuchte Henni Rosa zu überzeugen. „Dann ist niemand mehr da, der die Bonbons herstellen kann.“

„Bringt mir das Rezept und ich werde euch vielleicht helfen.“

„Dafür haben wir jetzt keine Zeit“, drängte Henni. „Hilmer wird morgen am Galgen baumeln, wenn wir nicht vorher beweisen können, dass der König lügt. Dann war alles umsonst.“

„Gib ihnen den Schlüssel!“, donnerte plötzlich eine fremde Stimme durch die Höhle.

Hörg drehte sich erschrocken um und hatte das Gefühl, vom Schlag getroffen zu werden. Vor ihm stand das hässlichste Wesen, dass er jemals gesehen hatte.

„Halt du dich da raus Etna“, sagte Rosa ärgerlich.

„Das werde ich nicht tun“, antwortete die Kröte. „Diesmal nicht. Es muss sich etwas ändern. Und wir werden dafür sorgen, dass das auch passiert. Und jetzt gib den beiden den Schlüssel.“

Die Ratte schien alles andere als erfreut zu sein, gab aber nach. Mit mürrischem Gesicht betrat sie ihren Bau und kehrte wenige Augenblicke später mit dem kostbaren Stück zurück. „Ich hoffe, dass ihr mir trotzdem noch weitere Kaubonbons liefert“, sagte sie zu Henni, als sie ihm den Schlüssel in die Pfote drückte. „Es wird sicher noch eine andere Möglichkeit geben, wie ich dann dafür bezahle.“

Nach einem Blick in das Gesicht der Ratte wollte Hörg lieber nicht wissen, was sie damit meinte. Auch er hatte Grenzen.

„Lass uns gehen“, sagte Henni und schlug Hörg auf die Schulter. „Wir haben schon genug Zeit vertrödelt.“

 

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