16. Dezember: Kapitel 25 und 26

25

 

„Es ist ja nicht so, dass ich dich nicht gewarnt hätte.“

„Halt endlich die Klappe“, schrie Henni. Er sprang auf, trat gegen einen Stein und bereute dies den Bruchteil einer Sekunde später. Der Schmerz zog wie eine Spirale von seinem kleinen Zeh, über den Fuß, durch das Bein bis zu seiner Hüfte. „Wie lange willst du mir das denn noch vorwerfen?“, fragte Henni zwischen zwei Stöhnlauten.

„Solange, wie wir hier in diesem Verlies Gefangene der Ratten sind.“

„Du tust gerade so, als wäre das allein meine Schuld. Du hast dich von Turgi und Targi genauso überraschen lassen wie ich.“

„Ich hätte diese beiden Blödmänner in dem Verlies verrotten lassen. Jetzt blüht uns dieses Schicksal. Vorausgesetzt natürlich, dass wir nicht vorher im Kochtopf der Ratten landen. Es könnte alles in Ordnung sein. Aber nein. Du musstest ja unbedingt den großen Helden spielen, der keinen Artgenossen im Stich lässt.“

„Ich finde deine Betrachtungsweise sehr einseitig“, sagte Henni und tat so, als wäre er nach Hörgs Worten beleidigt. Das Schlimmste war aber, dass er seinem besten Freund recht geben musste. Er hatte es vergeigt. Und zwar gründlich.

„Ich hoffe nur, dass die Nager diese beiden Verräter wieder einfangen“, sagte Hörg. „Es stirbt sich leichter, wenn man weiß, dass die Gegenseite ebenfalls nicht überleben wird.“

„Unsere Feinde sind die Ratten“, widersprach Henni.

„Wieso? Mir haben sie noch nichts getan. Meine eigenen Artgenossen haben mich in diese Lage gebracht.“

„Jetzt reicht es mir aber“, schrie Henni, blieb dieses Mal aber sitzen. „Ich habe dir gesagt, dass es mir leid tut. Was soll ich noch machen? Vor dir auf dem Boden kriechen?“

„Vielleicht komme ich später darauf zurück“, antwortete Hörg und drehte Henni den Rücken zu.

„Was macht ihr beiden für einen Krach?“, sagte plötzlich eine Stimme von außerhalb der Zelle. „Man könnte fast meinen, dass ihr es eilig habt und einen schnellen Tod wünscht.“

„Es sind Lemminge, Gerd. Was hast du erwartet?“

„Der andere wollte auch nicht sterben. Heute stimmt irgendetwas mit unseren fröhlichen Klippenspringern nicht. Sie benehmen sich seltsam.“

„Redet nicht über uns, als wären wir nicht da“, mischte sich Hörg in den Dialog der beiden Ratten ein, die zu ihrem Verlies gekommen waren und nun vor den Gitterstäben standen.

„Es ist Mittagsruhe“, sagte Gerd. „Ihr weckt mit eurem Geschrei die ganze Stadt auf.“

„Wenn das passiert, können wir euch auch nicht mehr helfen“, ergänzte die zweite Ratte.

„Als ob ihr das tun würdet“, sagte Hörg verächtlich.

„Wir sind hergekommen, um euch zu verhören“, sagte Gerd und stieß seinen Kumpan an. „Ist es nicht so Bert?“

„Ja. Heute scheint es in unseren Höhlen nur so von Lemmingen zu wimmeln. Wir wüssten gerne, warum.“

„Woher sollen wir das wissen?“, fragte Henni scheinheilig.

„Ihr seid nicht die Gleichen, die wir vor einigen Stunde hier eingesperrt haben“, sagte Bert. „Könnt ihr uns das erklären?“

„Wie kommst du darauf?“, wollte Hörg wissen.

„Auch wenn ein Lemming dem anderen sehr ähnelt, gibt es doch Unterschiede, die auch eine Ratte erkennen kann“, antwortete Gerd verächtlich. „Ich habe noch keinen von euch gesehen, der so komische Ohren hat wie du.“

„Was willst du damit sagen, du Langschnauze?“ Hörg fuhr hoch, sprang zum Gitter und drohte den beiden Nagern mit den Fäusten. „Ich kann dir gerne mal zeigen, wer hier komisch aussieht.“

Die beiden Ratten brachen in schallendes Gelächter aus. „Du hast Mut“, sagte Bert. „Das muss man dir lassen.“

„Was hast du eben damit gemeint, als du von anderen Lemmingen gesprochen hast?“, versuchte Henni das Gespräch wieder auf eine sachliche Ebene zu bringen.

„Es ist nicht normal, dass sich an einem Tag fünf von euch zu uns verirren.“

„Wieso fünf?“, fragte Henni, obwohl er die Antwort bereits kannte.

„Außer euch und den beiden Spinnern, die vorher in der Zelle saßen, war da noch so ein Verrückter, der unseren Warnungen zum Trotz unbedingt in die tiefsten Winkel dieser Höhle vordringen wollte, um ein Wesen zu besuchen, das niemanden sehen will.“

„Ihr habt Hilmer getroffen?“, fragte Henni freudig überrascht.

„Wir haben ihm den Weg gezeigt“, erklärte Gerd. „Inzwischen dürfte er aber tot sein. Die alte Kröte mag es nicht, wenn man ihre Ruhe stört.“

„Wenn ihr so sicher seid, dass es ein Fehler war, warum habt ihr Hilmer dann zu Etna gehen lassen?“ Henni glaubte nicht, dass die Reise ihres Freundes tatsächlich bereits zu Ende war. Vielleicht sagten die beiden Ratten nicht alles, was sie wussten. Es gab keinen Grund den Nagern zu trauen. Besonders nicht, solange sie ihre Gefangenen waren.

„Rosa wollte, dass wir eurem Freund helfen“, erklärte Bert.

„Wer ist Rosa?“, wollte Hörg wissen.

„Unsere Mutter“, antwortete Gerd stolz. „Sie ist die Chefin hier und entscheidet, was mit Eindringlingen geschieht. Die Vormieter dieses bezaubernden Raumes sind bereits bei ihr.“

„Ihr spinnt doch“, sagte Henni, freute sich aber, dass Turgi und Targi wieder in die Fänge der Ratten geraten waren.

„Wäre es nicht jetzt der richtige Zeitpunkt, uns hier herauszulassen?“, fragte Hörg spöttisch.

„Rosa wird entscheiden, ob und wann ihr wieder freigelassen werdet. Ich bin mir aber sicher, dass sie zunächst eine andere Verwendung für euch hat.“

Berts Grinsen gefiel Henni ganz und gar nicht. Er hätte zu gerne gewusst, was die Nager mit ihm und Hörg vorhatten.

„Wir werden mit unserer Mutter reden“, sagte Gerd. „Ich glaube aber nicht, dass sie sich heute schon mit euch beschäftigen will. Ihr werdet die Nacht wohl in dieser Zelle verbringen müssen. Habt ihr Hunger?“

„Nein“, sagte Hörg mürrisch.

„Ja“, setzte Henni dagegen.

„Was denn nun?“

„Ja, wir wollen etwas essen“, beantwortete Henni Berts Frage.

„Dann hört mit dem Krach auf. Wir holen euch etwas.“

„Das sind ja rosige Aussichten“, sagte Hörg, nachdem die beiden Ratten außer Sichtweite waren. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Rosa kennenlernen will.“

„Immerhin scheint sie Hilmer geholfen zu haben.“

„Warten wir es ab. Mehr können wir im Moment sowieso nicht tun.“

 

26

 

„Dann wird mir nichts anderes übrig bleiben, als nun doch vom Todesfelsen zu springen“, sagte Hilmer resignierend.

„Wieso das denn?“, fragte Etna sichtlich überrascht. „Ich habe dir doch gerade erzählt, dass es kein gelobtes Land gibt und die Schriften erstunken und erlogen sind. Warum willst du sie jetzt noch befolgen?“

„Ich kann nicht beweisen, dass Helmut ein Betrüger ist. Niemand wird mir glauben.“

„Vielleicht doch.“

Jetzt war es an Hilmer, überrascht zu sein. Hatte ihm die Kröte etwa noch nicht alles erzählt? Gab es noch mehr Geheimnisse über das Volk der Lemminge, die hier unten in den Tiefen des Berges gehütet wurden? „Nun mach es nicht so spannend und sag mir, was du meinst.“

„Der Rat der vier Weisen hat die wahren Lehren deines Volkes bewahrt. Es gibt Chroniken, die über Jahrzehnte hinweg bis in die Zeit vor Wonibalts Herrschaft zurückreichen. Dort wurden die Gesetze festgeschrieben, die damals Gültigkeit hatten und den Rat und den König auf eine Machtstufe stellten. Natürlich wollte Wonibalt diese Schriften vernichten. Der Rat konnte sie aber in Sicherheit bringen, bevor sich seine Mitglieder endgültig im Netz von Wonibalts Intrigen verfingen.“

„Wo sind diese Chroniken jetzt?“

„Das weiß ich nicht genau.“

„Dann helfen sie mir nicht.“

„Du musst die alten Aufzeichnungen finden“, sagte Etna entschieden. „Damit kannst du beweisen, dass euer König ein Lügner ist, und seine Herrschaft beenden. Du musst den Massenselbstmorden einen Riegel vorschieben und dein Volk in eine glücklichere Zukunft führen.“

„Wieso ich?“

„Weil alle anderen Lemminge mit ihrem Leben zufrieden sind.“

Hilmer spürte plötzlich die enorme Last, die auf seinen Schultern lag. Mit der Weigerung, sich in den Tod zu stürzen, hatte er sich in eine Lage gebracht, mit der er niemals gerechnet hätte. Was Etna jetzt von ihm verlangte war mehr, als ein einziger Lemming leisten konnte. Mit Henni und Hörg hatte er zwar eifrige Helfer, aber Turgi und Targi waren ebenfalls noch im Spiel und würden niemals aufhören ihn zu jagen.

„Hast du eine Idee, wie ich an die Chroniken herankomme?“

„Du musst die VHL finden.“

„Wen?“

„Die Vorboten des heilbringenden Lemmings.“

„Von denen habe ich noch nie gehört“, sagte Hilmer.

„Es gibt nur sehr wenige Lebewesen, die etwas über diese Untergrundbewegung wissen. Selbst Helmut denkt, dass sie schon lange ausgelöscht ist.“

„Es wird immer komplizierter. Was machen diese Vorboten? Welche Aufgabe haben sie?“

„Das ist eine längere Geschichte.“

„Ich habe Zeit.“

„Nachdem sich der Rat selbst ausgeschaltet hatte, gab es ein paar mutige Lemminge, die die alten Machtverhältnisse wieder herstellen wollten. Sie erkannten sehr schnell, dass sie dieses Ziel nicht so leicht erreichen konnten. Der König ließ Jagd auf sie machen und sie gründeten einen geheimen Orden. Wonibalt hat alles versucht, konnte das Versteck dieser Gruppe aber nicht finden. Sein Sohn Herbert kümmerte sich nicht um die Außenseiter und sie gerieten in Vergessenheit.“

„Also existieren sie noch?“

„Soweit ich weiß, ja. Sie bewahren ihr Geheimnis und warten darauf, dass jemand kommt, der den Kampf gegen die Machenschaften des Königs aufnimmt.“

„Würden sie das denn überhaupt merken? Wenn sie so versteckt leben, bekommen sie doch gar nicht mit, was im Palast geschieht.“

„Du darfst die VHL nicht unterschätzen. Sie haben genauso ihre Informanten wie ich.“

„Aber sie sind im Besitz der alten Chroniken?“

„Mehr oder weniger.“

„Was soll das nun wieder heißen?“ Hilmer verlor langsam die Geduld. Es ärgerte ihn, dass er der alten Kröte jeden Wurm einzeln aus der Nase ziehen musste. Ändern konnte er das aber nicht. Etna hatte wenig Abwechslung in ihrem zurückgezogenen Leben und alle Zeit der Welt. Das Gespräch mit ihrem Besucher schien ihr große Freude zu bereiten.

„Der Rat der vier Weisen hat die alten Chroniken in einer Gruft versteckt, die tief unter ihrem Tempel lag und von einem Fremden nicht gefunden werden konnte“, erklärte Etna. „Die VHL wussten, dass sie diese Schriften vor Wonibalt finden mussten, damit der König nicht auch noch den letzten Beweis für seine grausamen Taten auslöschen konnte.“

„Haben sie die Gruft gefunden?“, fragte Hilmer, der spürte, wie ihm vor Spannung die Pfotenflächen feucht wurden. Er sah wieder ein Ziel, auf das er hinarbeiten konnte, und war fest entschlossen, alles Nötige zu tun.

„Die VHL konnten nicht bis zu den Schriften vordringen. Der Rat hat sie hinter drei Türen verborgen, für die es jeweils nur einen Schlüssel gibt. Diese wurden an verschiedenen Plätzen versteckt und haben sich bis heute nie in der Pfote einer einzelnen Person befunden. Die Vorboten sind nun bereits seit Generationen auf der Suche, haben aber erst einen einzigen der Schlüssel in ihren Besitz bringen können.“

„Haben sie nie versucht, die Türen mit Gewalt zu öffnen?“

„Der Rat hat Sicherheitsvorkehrungen eingebaut. Die VHL wollen nicht riskieren, dass die Schriften zerstört werden.“

„Also bewachen sie die Gruft“, vermutete Hilmer.

„So ist es. Viel mehr bleibt ihnen nicht. Sie klammern sich an ihre letzte Hoffnung.“

„Die Ankunft des heilbringenden Lemmings.“

„Du hast es erfasst.“

Hilmer dachte nach. Die ganze Geschichte klang verrückt. Dennoch zweifelte er an keinem von Etnas Worten. Konnte es sein, dass er selbst derjenige war, auf den die VHL seit Generationen warteten? Konnte er es schaffen, die Tore zu den Schriften zu öffnen?

„Ich verstehe nicht, warum die Vorboten die Suche nach den Schlüsseln aufgegeben haben.“

„Das haben sie nicht. Sie haben alles versucht, aber sämtliche Hinweise sind im Sand verlaufen. Außerdem ist die Mitgliederzahl der VHL deutlich gesunken. Es ist nicht leicht, junge Lemminge von den wahren Lehren zu überzeugen.“

„Nehmen sie denn an den Selbstmorden teil?“, fragte Hilmer überrascht.

„Sie wollen nicht auffallen und halten sich an Helmuts Gesetze.“

„Aber das ist doch Irrsinn, denn sie wissen, dass es kein gelobtes Land gibt.“

„Das ist es sowieso. Ihr seid ein komisches Volk.“

Hilmer wusste nicht, was er gegen diese Feststellung sagen sollte, und wechselte das Thema. „Hast du eine Idee, wo die Schlüssel sein können?“

„Natürlich. Ich besitze einen und weiß, wo sich der zweite befindet.“

„Warum hilfst du den VHL dann nicht?“, regte sich Hilmer auf. Nachdem er seine anfängliche Angst überwunden hatte, war er mehr und mehr zu der Überzeugung gelangt, dass Etna auf seiner Seite stand. So ganz schien dies aber dann doch nicht zu stimmen.

„Warum sollte ich das tun? Du darfst nicht vergessen, dass es ein Lemming war, wegen dem ich mich hierher zurückziehen musste. Wieso sollte ich mich jetzt auf die Seite dieses Volkes stellen, dass mir damals auch nicht geholfen hat?“

„Du könntest dich an Wonibalts Enkel rächen“, entgegnete Hilmer.

„Ich habe bisher keinen Grund gesehen, mich in fremde Angelegenheiten einzumischen. Auch wenn ich dank meiner Fliegen über alle Vorgänge in diesem Land informiert bin, kümmere ich mich nicht einmal darum, was die Ratten über mir treiben, solange sie mich in Ruhe lassen.“

„Aber mir hast du geholfen.“

„Du hast Mut bewiesen, als du den Weg hierher gefunden hast. Das hat mir imponiert.“

„Sagst du mir auch, wo sich die beiden fehlenden Schlüssel befinden?“

„Nicht nur das“, antwortete Etna lachend. „Ich gebe dir sogar einen.“

Hilmer starrte die Kröte sprachlos an. Die Überraschungen nahmen kein Ende. Hatte er sich vor wenigen Minuten noch am Boden zerstört gesehen, wuchs seine Hoffnung jetzt stetig an. War das ein Trick oder hatte Etna sich tatsächlich entschlossen, sich auf die Seite seines Volkes zu stellen? „Wie meinst du das?“, fragte der Lemming schließlich.

„Deine Art ist nur ein Haufen willenloser Weicheier, die nichts anderes im Sinn haben, als sich selbst in den Tod zu stürzen. Es freut mich, in dir eine Ausnahme zu sehen. Wenn du es nicht schaffst, die heiligen Schriften zu finden, wird es vermutlich, solange ich lebe, kein weiterer Lemming versuchen. Der Schlüssel nützt mir also nichts mehr. Deshalb werde ich ihn dir geben.“

„Ich bin dir sehr dankbar, Etna“, sagte Hilmer, der allergrößten Respekt vor der Kröte hatte. Sie hatte großes Unrecht ertragen müssen und sich in einer Umgebung behauptet, die alles andere als wohnlich war. Dennoch war sie bei Weitem nicht das verbitterte, alte Wesen, dessen Namen innerhalb der Völker nur flüsternd und mit großer Angst ausgesprochen wurde. Die Geschichten, die man sich über Etna erzählte, konnten nicht stimmen. Dennoch war Hilmer mittlerweile klar, wie wichtig es für die Kröte war, auf diese Art zu verhindern, dass sie von ungebetenen Gästen heimgesucht wurde. „Wo ist der zweite Schlüssel?“

„Den hat die rattenscharfe Rosa. Wie ich hörte, hast du sie bereits kennengelernt.“

Hilmer erschrak. Dass sich der letzte Schlüssel ausgerechnet im Besitz der sextollen Nagerin befand, war ein echtes Problem. Wie sollte er sie davon überzeugen, ihm das kostbare Stück auszuhändigen? Stehlen konnte er ihn der Ratte sicher nicht. Auf keinen Fall würde er ihren Lustsklaven spielen, um auf eine Gelegenheit zu warten, an den Schlüssel heranzukommen. Er musste sich etwas anderes einfallen lassen.

„Wenn du beide Schlüssel hast, musst du die letzten Mitglieder der Vorboten finden“, sagte Etna. „Sie werden dir helfen und dich zu den Chroniken deines Volkes führen. Damit könnt ihr Helmut vernichten.“

„Wie soll ich die Gruppe finden? Sie werden ihr Vereinshaus ja sicher nicht mit den Buchstaben V H L gekennzeichnet haben?“

„Schön, dass du deinen Sinn für Humor nicht verloren hast“, sagte Etna. Sie fing an zu lachen und auch Hilmer stimmte mit ein. Dann drehte sich die Kröte um und verschwand im Dunkel. Als sie kurz darauf wiederkam, hielt sie einen silbernen Schlüssel in den Pfoten und überreichte ihn Hilmer.

Der Lemming schaute sich das kostbare Stück genau an. Er war so lang wie eine Pfote und etwa daumendick. Der Griff war wie ein Dreizack geformt. Etna erklärte ihm, dass dies das Zeichen des alten Rates war. Jedes Mitglied der VHL trug ein Amulett, auf dem dieses Symbol abgebildet war. Das war ihr unverwechselbares Erkennungszeichen.

Hilmer bedankte sich noch einmal und verabschiedete sich dann von Etna.

„Ich hoffe, wir sehen uns wieder“, sagte die Kröte. „Du bist der erste Lemming, bei dem ich mir das wünsche. Meine Fliegen werden dich auf deinem weiteren Weg begleiten, auch wenn du sie nicht immer entdecken kannst.“

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